Nervenkitzel beim Rodel-Weltrekord-Versuch

Erst sind sie gestürzt, dann wurde gezittert, wieder gerodelt und schließlich gejubelt: In Hessen haben Wintersport-Fans einen Weltrekord aufgestellt. Mit 416 Schlitten bildeten sie den längsten Rodelzug der Welt. Doch leicht war’s nicht.

416 Fahrer, die sich im Internet anmelden konnten, sind Schlitten an Schlitten in einer langen Kette eine Skipiste auf Hessens höchstem Berg hinabgerodelt.

Doch gehen wir nochmal zurück zum Anfang. Denn so einfach war das Vorhaben nicht.

Rolf Allerdissen, Rekord-Institut für Deutschland:
«Der Teufel sitzt manchmal im Detail, das ist nämlich genau das Richtige. Wenn nämlich jetzt nur einer umkippt, dann kippt die ganze Kette mit, weil die sind sehr starr miteinander verbunden diese Rodel. Das ist aber auch der Vorteil, weil wenn nämlich die Kette zu lang wäre, dann würde der erste fahren und der letzte ist nämlich dann noch am Stehen. Und wie beim Strom, muss es ganz genauso passieren, dass vorne gefahren wird und gleichzeitig zieht die ganze Kette.»

Tja und dann kam es, wie es kommen musste. Einige der Kunststoff-Rodelschlitten, die mit Karabinern und Seilen miteinander verbunden waren, verhakten sich im ersten Anlauf. Schließlich stürzten einige Schlitten zur Seite und das Seil riss. Mit einer Last von mehr als 21 Tonnen und vermutlich wegen einer ungleichmäßigen Fahrbewegung scheiterte der erste Versuch.
Doch das hat die Wintersport-Fans natürlich nicht davon abgehalten, einen zweiten Anlauf zu starten.

Eine Teilnehmerin:
«Das klappt jetzt. Jetzt sind wir nicht mehr so schnell. Wir machen es ganz gemütlich.»

Und dann, beim zweiten Versuch hielt die Kette der Belastung bis zum Ziel in 150 Metern Entfernung stand. Somit geht der Rekord nun auf die Wasserkuppe in die hessische Rhön.

Christoph Seipp, Initiator vom Rodel-Weltrekord:
«Das war ein bisschen wie im WM-Finale. Es ist ja erst im zweiten Versuch, in der Nachspielzeit hat es dann geklappt. Großartig. Danke an alle, die sie so lang mitgemacht haben und durchgehalten haben.»
Das Rekord-Institut für Deutschland zertifizierte schließlich den Rekord. Und ein weiterer Gewinn des Tages war natürlich der Spaß, den alle Teilnehmer bei dem Rodel-Weltrekord hatten.