Großeinsatz: Haus der linken Szene in Berlin durchsucht

Großeinsatz in Berlin-Friedrichshain. 500 Polizeibeamte haben am Mittwochabend ein der linksextremen Szene zugerechnetes Wohnhaus durchsucht. Die Bewohner hatten das Gebäude nach Behördenangaben verbarrikadiert. Dennoch verschafften sich die Einsatzkräfte Zutritt. Grund für den Einsatz sei ein Angriff auf einen Streifenpolizisten gewesen, der dabei verletzt wurde. Nach Polizeiangaben sollen die vier Täter nach dem Überfall in den Mittagsstunden in das Haus in der Rigaer Straße geflüchtet sein.

Martin Henselmann, Anwalt der Hausbewohner: «Es kann nicht sein, dass Betroffene von einer so massiven polizeilichen Maßnahme, wo hier 500 Beamte vor Ort sind, ein SEK mit vermummten Einsatzbeamten, die doppelt so groß sind wie ich. So eine einschüchternde Maßnahme wird hier gegen Bewohner von einem Haus durchgeführt und denen wird verwehrt, dass der Anwalt dabei ist, von dem der Staatsschutz und die Polizeibeamten wissen, dass ich diese Leute schon 13 Jahre vertrete, und bei anderen Maßnahmen auch dabei war und es gab nie Probleme. Es ist eine Sauerei.»

Stefan Redlich, Polizei: «Aufgrund dieses Angriffs auf einen Polizeibeamten können wir ganz klar sagen, dass die Berliner Polizei keine Rückzugsräume für Gewalttäter dulden wird. Von daher werden wir uns dieses Haus ganz genau angucken. Wir haben in diesem Bereich häufiger Angriffe auf Polizeiautos, Steinwürfe und wir möchten ausschließen, dass es hier Gegenstände gibt, mit denen Polizisten gefährdet werden können.»

In dieser Straße kommt es in der Gegend um das besetzte Haus immer wieder zu Angriffen auf Polizisten. Im vergangenen Herbst etwa waren Streifenwagen mit Steinen beworfen worden. Im Innenhof des besetztes Hauses fanden die Polizisten eine große Menge an Steinen in Einkaufswagen und Plastikwannen sowie Eisenstangen und sogenannte Krähenfüße, mit denen Autoreifen beschädigt werden können. Allerdings sei die Menge doch überraschend gewesen. Außerdem seien weitere – zunächst nicht näher beschriebene – Gegenstände sichergestellt worden. Die Polizei habe einige Personalien überprüft, festgenommen wurde jedoch niemand.