Das erste Mal durfte ein Pfleger zum Eisbären-Baby

Nun war es soweit: Erstmals trauten sich Tierpfleger, einen direkten Blick in die Wurfhöhle zu werfen, in der Eisbärin Tonja am 3. November Zwillinge zur Welt brachte. Nur eines der kleinen Babys überlebte, doch machte es auf Überwachungsbildern stets einen guten Eindruck.
Pfleger findet fideles Eisbären-Baby vor

Nachdem Tonja nicht nervös auf das Aufschließen des Eisbärenstalles reagierte, wagte sich Pfleger Detlef Balkow (61) vor, während seine Kollegin Barbara Lächert (54) am Überwachungsmonitor alles im Blick hatte.

Eisbärin Tonja und ihrem noch namenlosen Nachwuchs (noch steht die Geschlechtsbestimmung aus) geht es gut. Das war die gute Nachricht. Doch leider entdeckte Balkow im Nachbarstall auch die tote Eisbären-Oma Aika.
Trauer um Eisbärin Aika

Sie war die älteste Eisbärin der Welt, doch schon in den vergangenen Wochen war sie sehr trägt. „Sie hat viel geschlafen und sich kaum bewegt, daher waren die Pfleger nicht beunruhigt, als Aika längere Zeit in der gleichen Position lag“, teilte der Tierpark Mittwoch mit.
Aika, die älteste Eisbärin der Welt, ist tot. Sie starb im Tierpark Berlin (Foto: Tierpark Berlin)
Aika machte schon länger einen trägen Eindruck, hatte auch schon ein stattliches Alter erreicht (Foto: Tierpark Berlin)

„Wir sind alle sehr, sehr traurig“, berichtet Kurator Dr. Florian Sicks. „Doch Aika war die älteste Eisbärin der Welt und dass dieser Tag irgendwann kommen wird, war abzusehen.“

Leider verstarb sie kurz vor ihrem 36. Geburtstag.„Gern hätten wir morgen auch noch ihren 36. Geburtstag gefeiert, doch alles jenseits der 30 Jahre ist ein stattliches Alter für Bären. Vielleicht hat Aika gespürt, dass neben ihr ein neues Leben entsteht und sich jetzt verabschiedet“, sagte Zoo-Direktor Andreas Knieriem.
Eisbären-Baby entwickelt sich gut

Und diesem neuen Leben nebenan geht es prächtig. „Ich konnte das Eisbären-Baby sehen: Es ist schneeweiß, etwa kaninchengroß und hat sich lautstark beschwert, dass Mutter Tonja mich kurz am Gitter begrüßt hat, weil es dadurch mal kurz ohne Mamas wohlig warmes Fell sein musste“, berichtete Eisbären-Pfleger Balkow.

Der Eisbären-Stall soll nun regelmäßig vom Pfleger besucht werden. Und wenn Tonja es zulässt, soll es dann auch die ersten gestochen scharfen Fotos des kleinen Eisbären-Babys geben!