Bus-Installation: Monument erinnert vor Brandenburger Tor an syrischen Bürgerkrieg

Das Foto der in Aleppo senkrecht aufgestellten und mit Drahtseilen gesicherten Busse ging um die Welt. Die Busse fanden aus der Not heraus eine sehr ungewöhnliche Verwendung – als Deckung gegen Scharfschützen. Sie sollten es den Bewohner der Straße ermöglichen, ans Fenster zu gehen oder die Straße zu benutzen.

Manaf Halbouni, ein deutscher Künstler syrischer Herkunft, war von diesen Bildern beeindruckt und machte daraus eine Kunstaktion, die seit Freitag vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu sehen ist.

„Es ist eine Anti-Kriegs-Skulptur. Die Inspiration dazu kam aus einer Bus-Barrikade in Aleppo und der Auseinandersetzung mit diesem Bild, und was in diesem Bild passiert und ringsrum davon. Und wir waren dann der Meinung, dieses Bild einmal als Skulptur zu erschaffen auf einem offenen Platz, wo es nicht als Barrikade dasteht, sondern als Denkmal.“

Im Februar war die Installation bereits zu sehen. Rund um den Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg waren die drei Busse auf dem Platz vor der Frauenkirche in der sächsischen Landeshauptstadt aufgestellt worden und hatten dort zum Teil heftige Proteste ausgelöst, die Redner wurden bei der Eröffnung lautstark ausgepfiffen. Manaf Halbouni erhielt Morddrohungen. Entsprechend gespannt war der Künstler am Freitag auf die Reaktionen in Berlin.

„Es ist ruhig, die Reflektion hier ist etwas anders“, stellt er fest. Er sei gespannt, wie es hier weitergehe. „Provozieren tue ich selber nicht, sondern man kann sich provoziert fühlen, aber das ist halt von Mensch zu Mensch anders“, sagt der Künstler. „Kunst regt an, und das ist auch das Schöne an Kunst, aber es geht halt auch darum, den Gedanken zu verfolgen und die intakte Welt, in der wir eigentlich leben, ein kleines Etwas zu hinterfragen.“

Halbouni ist der Sohn einer aus Dresden stammenden deutschen Mutter und eines syrischen Vaters. Er ist in der syrischen Hauptstadt Damaskus zur Welt gekommen. Dresden kennt er seit seiner Kindheit, seit 2008 lebt er in der sächsischen Hauptstadt, wo er Kunst studierte. Seine Installation „Monument“ wird zwei Wochen lang in Berlin zu sehen sein.