Brandenburgs Schüler trinken weniger Alkohol, aber dafür kiffen sie mehr

Alkohol und Rauchen sind nicht mehr so angesagt. Dafür nahm der Gebrauch von harten Drogen deutlich zu.

Brandenburgs Schüler trinken und rauchen so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Dafür kiffen die Jugendlichen mehr als je zuvor. Der Gebrauch harter Drogen wie Ecstasy nahm sogar um 60 Prozent zu. Das Potsdamer Gesundheitsministerium hat 22.000 Zehntklässler (Durchschnittsalter: 16 Jahre) zu ihrem Drogenkonsum befragt. Knapp 11.000 antworteten. Die Ergebnisse überraschen.

► Alkohol ist out. Nur 15 Prozent der Jungen und neun Prozent der Mädchen trinken mindestens einmal pro Woche. 2005 waren es mehr als doppelt so viele. Auch das sogenannte Rauschtrinken (mehr als fünf Drinks auf einmal) nahm ab. Auffällig: Die meisten Jung-Trinker gibt es im Elbe-Elster-Kreis (21,8 %). Im Havelland greifen 7,5 Prozent regelmäßig zur Flasche.

► Auch Rauchen ist out. Der Tabak-Konsum hat sich in zwölf Jahren halbiert: Noch 18 Prozent der Schüler rauchen mindestens einmal wöchentlich. Auffällig: Nur neun Prozent der Gymnasiasten greifen zur Kippe, aber 33 Prozent der Förderschüler und jeder vierte Hauptschüler (in Brandenburg Oberschulen genannt). „Bessere Bildung führt zum Rückgang des Rauchens“, sagt Gesundheits-Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (57, Linke).

► Kiffen ist in. Drei Prozent der Mädchen und 5,6 Prozent der Jungs konsumieren Haschisch – doppelt so viele wie 2009.

► Steiler Anstieg bei harten Drogen. 1,6 Prozent (2013: 1 %) der Jungen und 0,9 Prozent der Mädchen (0,5 %) nehmen regelmäßig Ecstasy, Kokain, Heroin, LSD, Speed oder Crystal Meth. Hartwig-Tiedt beschwichtigt: „Es handelt sich nur um 250 Jugendliche.“ Doch die Folgen sind drastisch: 21 Drogentote gab es 2016 im Land – mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Brandenburgs Schüler trinken weniger Alkohol, aber dafür kiffen sie mehr