Bob Rutman, der Bürgermeister von Mitte

Ein alter Mann mit brauner Schiebermütze, buschigen, grauen Brauen und blaugrünen Augen sitzt in seiner kleinen 1,5-Zimmerwohnung in Mitte. Es ist ziemlich unaufgeräumt, eine Junggesellenbude. Robert „Bob“ Rutman (85) ist Amerikaner, Künstler. Er baut Musik-Instrumente aus Stahl und Holz und spielt auf diesen eigentümliche Geräusche. „Ich bin der Bürgermeister von Mitte“, sagt er. Und wenn man mit ihm durch die Straßen zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Rosenthaler Platz läuft, könnte das stimmen. Viele Grüßen ihn. „Hey, Bob!“ Er liebt Berlin: „Es ist eine großartige Stadt“, sagt er. „Hier passiert mehr als in New York, London und Paris und es ist noch bezahlbar.“

Er spricht Englisch. Und wechselt manchmal in ein eigentümliches „Kinderdeutsch“, wie er es selbst nennt.

Rutman wurde 1931 in Berlin geboren. Er erinnert sich im B.Z.-Gespräch daran, wie die Nazis an die Macht kamen, wie er den italienischen Diktator Benito Mussolini mit Adolf Hitler 1937 am Wannsee sah. Und wie er wie die meisten anderen Kinder in die Hitlerjugend wollte. Die Nazi-Propaganda hatte schließlich auch auf ihn gewirkt. Aber das ging nicht: Rutman ist Jude.

Rutman dreht sich eine Zigarette, nimmt ein paar Züge, hustet etwas. Er war gerade beim Arzt, er ist gesund, nur die Füße tun gerade weh, die Zehennägel. Manchmal krümelt er auch ein bisschen Cannabis mit in den Tabak, schließlich ist er ein Genießer. Er erzählt weiter über sein Leben.Der Künstler Robert „Bob“ Rutman (85) ist berühmt für seine Musik-Instrumente aus Stahl und Holz …