Berliner Polizei übt Anschlagsszenario

Das Szenario, das sich am Mittwochmorgen auf einem Polizeiübungsgelände in Berlin abspielte, sah bedrohlich aus. Polizisten mit Maschinengewehr und Gasmaske, Feuerwehrleute und Desinfektionszelte. Doch das alles war nur eine Übung. Das Szenario: Ein Anschlag mit Erregern der Lungenpest und dem starken Gift Rizin.

Dabei mussten die Einsatzkräfte nicht nur die Bevölkerung in Sicherung bringen, sondern auch die Angreifer verfolgen.

Einen konkreten Anlass hatte die Übung aber nicht, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel:

„Nein, es gibt gegenwärtig kein konkretes Bedrohungsszenario für Berlin, aber sehr wohl befinden wir uns in einer abstrakt angespannten Situation. Wir sind eine internationale Metropole, wir stehen im Fokus des internationalen Terrorismus, wir wissen das. Und deshalb ist an dieser Stelle Vorbereitung alles.“

Teil der Übung war auch der simulierte Zugriff auf die Wohnung der mutmaßlichen Extremisten. An dem Einsatz mit dem Codenamen „Wunderbaum“ nahmen neben der Berliner Polizei auch Bundespolizisten sowie medizinisches Personal vom Robert-Koch-Institut und der Berliner Charité teil. Beteiligt waren auch das Spezialeinsatzkommando GSG 9 und die Feuerwehr.

Teamarbeit sei der Schlüssel, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler:

„Sie haben natürlich zwei verschiedene Intentionen: Die Polizeibehörden wollen eben Tatortarbeit machen, die Täter so schnell wie möglich fassen, die Gesundheitsbehörden, das wurde eben schon gesagt, möchten verhindern, dass sich ein Infektionserreger ausbreitet. Im technischen Detail sind das teilweise widersprüchliche Ansprüche. Da muss man ein gemeinsames Vorgehen üben.“

Die Übung am Mittwoch war nach offiziellen Angaben nur ein Teil einer ganzen Serie von Testläufen. Mittlerweile seien rund 150 solcher oder ähnlicher Szenarien allein im Krankenhausbereich geübt worden, hieß es.