Berlin-Friedrichshain: Schwere Krawalle bei Linken-Demo

Rund 2000 Protestler und Krawallmacher zogen am Samstag durch Friedrichshain. Motto: „Rigaer verteidigen“. 1800 Polizisten aus Berlin, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und von der Bundespolizei begleiteten die Demo, wollten Gewaltausbrüche verhindern. Das gelang nicht ganz.

Nach dem verhaltenen Beginn (600 Leute, Partystimmung) kippte die Stimmung gegen 22 Uhr und wurde ausgesprochen aggressiv.

22 Uhr: Erste Angriffe auf die Polizei

Am Dorfplatz flogen gegen 22 Uhr bereits die ersten Flaschen. Auf der Warschauer Straße griffen wenig später zumeist junge, schwarz gekleidete Demonstranten die Polizei mit Böllern und mit Steinen an, die sie zuvor aus dem Boden gerissen hatten. Schaufensterscheiben wurden zerstört und Polizeiautos beschädigt, auf Scheiben von geparkten Pkw eingedroschen.

Verletzte Beamte und Festnahmen

Polizeisprecher Winfrid Wenzel: „Einige Beamte wurden verletzt.“ Es gebe Festnahmen, Beamte setzten Reizgas ein. Bengalos loderten auf Dächern der Rigaer Straße. Unter den Beobachtern der Szene: die Politiker Kurt Wansner (CDU), Hakan Tas (Linke), Canan Bayram (Grüne). Über ihnen am Berliner Himmel: ein Polizeihubschrauber.

23.10 Uhr: Veranstalter beenden die Demo

Ein großer Teil der Demonstranten zog von dort aus weiter in Richtung Ostbahnhof, gewaltbereite Jugendliche blieben im Kiez. Gegen 23.10 Uhr wurde die Demonstration von den Veranstaltern an der Warschauer Brücke beendet.

Das Haus Rigaer 94 wurde den gesamten Samstagabend von fünf Mannschaftswagen abgeriegelt.

Jüngster Anlass im Konflikt: Vor rund zwei Wochen sollten Bauarbeiter Räumlichkeiten in der Rigaer 94 entrümpeln, sie wurden von 300 Polizisten unterstützt. Linksautonome riefen daraufhin den „Tag X“ aus. „Lasst es richtig knallen, schafft viele Gefahrengebiete, stürzt Berlin ins Chaos“, hieß es in einer Mitteilung. Chaosnächte folgten.