Berlin Alexanderplatz: Nackter Messer-Mann starb durch Polizeikugel

Ein Polizist hat am Freitagvormittag um 9.36 Uhr vor dem Roten Rathaus einen Mann erschossen. Das hat die Polizei nun bestätigt. Zuvor hatte es geheißen, die Todesursache sei noch nicht abschließend geklärt.

Die Obduktion habe ergeben, dass der Mann durch den Schuss aus einer Polizeipistole einen Lungendurchschuss erlitt und daran starb, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Es spreche einiges für Notwehr des Beamten, hieß es weiter. Die genauen Umstände müssen jetzt geprüft werden.

Der Tote soll nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ein 31-jähriger Berliner sein. Dieser saß nach Augenzeugenberichten zunächst auf einer Bank vor dem Neptunbrunnen, sprang dann plötzlich auf und stürmte ins Wasser.

Dort begann er damit, sich nackt auszuziehen. Mit einen Wellenmesser (20 Zentimeter lange Klinge) schnitt er seine Arme auf und stach es sich dann in den Hals.

Eine Passantin war auf den Nackten mit dem Messer aufmerksam geworden und wandte sich an den Wachposten am Roten Rathaus. Dieser alarmierte die Polizei. Zwei Beamte rückten nach Aussagen von Zeugen mit der Waffe im Anschlag an und forderten den Mann auf, das Messer weg zu legen, ohne Erfolg. Nach etwa zwei bis drei Minuten stürmte der Mann mit dem Messer in der Hand auf die Polizisten zu. Ein Beamter gab daraufhin einen Schuss aus der Dienstwaffe ab und traf den Angreifer. Er sackte zusammen, Reanimationsversuche blieben erfolglos.

RTL wurde mittlerweile ein Handyvideo zugespielt, das zeigt, wie der Beamte auf den nackten Mann schießt.

Auf die Frage, ob der Mann einen geistig verwirrten Eindruck gemacht hatte, sagte ein Polizeisprecher: „Es war kein übliches Verhalten.“ Der Mann habe sich durch die Polizisten nicht beruhigen lassen, ganz im Gegenteil: Er sei auf einen Beamten zugegangen, der konnte nicht zurückzuweichen. „In der gefährlichen Situation hat der andere die Waffe gezogen und einen Schuss abgegeben“, so der Sprecher.