B.Z. Kiezreporter in Steglitz: Ein Grundstück liegt im Dornröschenschlaf

Ein grün bewachsenes Grundstück in Steglitz. Etwa 1000 Quadratmeter groß, in direkter Nähe des Stadtparks. Eine Perle für Immobilien-Investoren – aber nichts passiert.

Bereits seit den 1990er-Jahren liegt das Grundstück an der Klingsorstraße brach. Obwohl ein Bauzaun das Gelände schützt, dient es immer wieder als illegale Müllkippe. Eva Sperling (70) hat mit ihren Nachbarn schon auf eigene Kosten Farbeimer und andere Abfälle entsorgt. „Das größte Problem sind Füchse und Ratten, die auf dem Grundstück leben“, sagt sie. Ihr Hund Tobi jagt die Tiere.

Sperling selbst hat bis 1990 auf dem Grundstück gewohnt. Damals stand dort ein hübsches Haus aus der Zeit der Jahrhundertwende. Ende der 1980er-Jahre bekam Sie eine Mitteilung, dass das Haus einsturzgefährdet sei. „Wir haben daraufhin einen Architekten beauftragt, der die Statik überprüfen sollte.“ Ergebnis: Die Fliesen im Keller waren heile, eine Gefahr bestand also nicht. Trotzdem mussten sie und die anderen 11 Mietparteien ausziehen.

Während der Sanierung Mitte der 1990er-Jahre ist das, inzwischen denkmalgeschützte, Gebäude dann eingestürzt. Mittlerweile hatte ein Amerikaner das Grundstück gekauft. Die Ruine wurde abgetragen. Zwischenzeitlich standen Wohncontainer auf der Brache, aber auch die sind nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Heute erinnert nur noch ein großes Loch an das frühere Haus.

„Ich würde mir wünschen, dass auf dem Gelände vielleicht ein Volleyballplatz oder Parkplätze entstünden“, sagt Eva Sperling. Im Frühjahr hat sie beobachtet, wie Bohrungen auf dem Grundstück durchgeführt wurden. Seitdem ist nichts passiert.